Querulanz

Als „Querulant“ bezeichnet man gemeinhin eine „Person, die an allem etwas auszusetzen hat, sich wegen jeder Kleinigkeit beschwert und dabei hartnäckig auf ihr Recht pocht". (Duden)

 

Sollte man daraus aber schliessen, dass man das Anliegen der querulanten Person "nicht ernst nehmen kann", liefert man sich Gefahren aus.

 

Manche Betroffenen setzen illusorischerweise zunächst auf den Faktor Zeit. Andere unterlassen aufgrund ihrer Verunsicherung eine polizeiliche Anzeige. Mit einer solchen passiven Hinnahme jedoch ist das Feld dem Querulanten überlassen. Er bedient sich weiterhin - auch öffentlicher - Bezichtigungen seiner "Ziel-"-Personen oder -Institutionen, die diesen Schaden sollen.

 

Viele Querulanten erscheinen zunächst nur  "unbequem" und "mühsam". Sie erwarten "Gerechtigkeit" und Anerkennung; andererseits sind sie in einer Art Blase und Selbstisolation gefangen, meiden Nähe zu Andersdenken, misstrauen menschlichen Gemeinschaften, verharren im Schwarz-Weiss-Mustern. Selbst  den Handreichungen oder Vermittlungsversuchen anderer trauen sie nicht, obwohl sie selbst danach gerufen hatten.

 

Viele Querulanten begehen keine Straftaten gegen Leib und Leben, sondern bleiben bei sozialen Schädigungsaktionen und Feindbildern. Allerdings verharren sie in einem verbissenes Spiel ohne Grenzen, das für sie zum Lebensinhalt wird. Einige Querulanten werden in der Folge auf der Handlungsebene zunehmend auffällig und aggressiv. Sie können entgrenzte Handlungen bis hin zu Gewalt- und Tötungsaktionen begehen. (Der 20. Jahrestag zum Zuger Attentat erinnerte im Sept. 2021 daran!!!)

 

Jedem Täter stehen Opfer gegenüber: Wer zum Spielball und zur Zielperson hartnäckiger Querulanten wird, braucht Hilfe und Schutz. Da selbst gerichtliche Massnahmen von Querulanten nicht akzeptiert und die Grenzen des Rechtsstaats ausgetestet werden, fühlen sich – wie beim Stalking - die betroffenen Opfer häufig allein gelassen. Selbst Versuche, durch einen Wohnort- oder Arbeitsstellenwechsel Distanz herzustellen, bringen keine Entlastung. Es liegt auf der Hand, dass die Zielpersonen mit Hilfe psychologischer Begleitung neue Bewältigungsstrategien aufbauen müssen, um beim immerwährenden Druck nicht zugrunde zu gehen.

 

 

 

Siehe auch: Konflikte