"Amok"

Amokgefahren und Amoktaten sind in der heutigen Zeit in aller Munde.

Bedrohern und Tätern gelint es in der heutigen Zeit, ein Höchstmass an medialer Aufmerkamkeit zu erlangen und neue Medien für die Selbstdarstellung auszunutzen. 

 

"Amok" ist letztlich ein vereinfachender Begriff, um dramatische Taten, Gefährdungen und Mehrfachtötungen, sowie deren Hintergründe zu beschreiben. Meist handelt es sich nicht um ein explosionsartigen aggressiven Ausbruch eines Menschen, sondern meist um eine planmäßige Bestrafungs- oder Racheaktion. Der sog. homizidal-suizidale Einzeltäter wählt den plötzlichen Angriff auf mehrere Menschen im öffentlichen Raum. Der Täter stattet sich mit Waffen - meist Schusswaffen aus; er hat in der Regel eine klare Tötungsintention; sein plötzlicher Angriff richtet sich gegen gezielt wie zufällig ausgewählte, meist extrafamiliäre Opfer, die angesichts der Aktionsmacht des zum Suizid bereiten Akteurs kaum Möglichkeiten zur Gegenwehr haben (vgl. Weilbach 2004). Meist handelt es sich um zielgerichtete Gewalt mit einem "Jagdmodus" - frei von : akutem Stress und von Fluchtimpulsen, wie sie beim "Verteidigungsmodus" vorzufinden wären (Hoffmann 2003).

 

Finden solche Taten im Kontext mit der Schule statt, wird von Schulamok oder "school-shooting" gesprochen. Hierzu wird das praktisch orientierte Fachbuch der Kollegen Robertz & Wickenhäuser empfohlen: Der Riss in der Tafel. Amoklauf und schwere Gewalt in der Schule (2010).