Querulanz

Als „Querulant“ gilt eine „Person, die an allem etwas auszusetzen hat, sich wegen jeder Kleinigkeit beschwert und dabei hartnäckig auf ihr Recht pocht: man kann ihr Anliegen nicht ernst nehmen“. (Duden 2002).

 

Der Akteur fällt insbesondere durch expansive situationsunangemessene Aktivitäten in der Identität des ‚Kämpfers für Gerechtigkeit’ auf. Er bedient sich meist der Bezichtigung anderer Personen, die diesen Schaden sollen. Gerade öffentliche Bezichtigungen machen die Bezichtigten zu Zielscheiben des Querulanten und arten mitunter zu einem verbissenen Spiel ohne Grenzen aus.

 

Auf sozialer Eben wählt der Querulant die Selbstisolation. Er ist im Paradoxon gefangen: er erwartet Anerkennung, meidet aber die Nähe zur ihn umgebenden menschlichen Gemeinschaft und das Handreichen anderer. Viele Querulanten begehen keine Straftaten, sind jedoch "unbequem". Es sind nicht alle, aber doch einige, die auf der Handlungsebene auffällig, aggressiv oder gewalttätig werden können.

 

Manche Betroffenen unterlassen aufgrund ihrer Verunsicherung eine polizeiliche Anzeige, setzen illusorischerweise auf den Faktor Zeit oder auf einen Wohnort- oder Arbeitsstellenwechsel, der Entlastung bringen soll – und angesichts des Verfolgers doch oft „umsonst“ ist.

 

Siehe auch: Konflikte