Konflikte

Manche Menschen geraten in zwischenmenschlichen Konfliktsituationen oder bei eigenen Versagens- und Verlusterfahrungen in Krisen. Gelegentlich werden als Reaktion hierauf auch gewaltnahe "Lösungen" erwogen. Auto- und Fremdaggression erscheinen dann als naheliegende Antwortmöglichkeiten auf die erlebten Kränkungen oder auf die ungelösten Konflikte.

 

Aus Sicht des Akteurs können Drohungen und Gewalthandlungen Versuche darstellen, wieder Kontrolle über das eigene Leben zu erlangen. Hierfür nimmt der Akteur mehr oder weniger bewusst einen Verstoß gegen soziale, moralische und rechtliche Regeln in Kauf.

 

Hintergrund einer solchen Zuspitzung sind häufig Dominanz- und Autoritätskonflikte, Rachebedürfnisse nach Erniedrigungen oder Misserfolgen, die Angst "unterzugehen" und anderes mehr. Das Gefährlichkeitspotential eines Menschen entsteht zumeist aus einer unbewältigten und oft vielschichten "Konfliktgeschichte" heraus.In dieser häuft der Akteur seine "Unglücksvorräte" und seine verzerrten Gerechtigkeitsgefühle an, die ihn - aus seiner Sicht - berechtigen, eigene Regeln aufzustellen und sich gegen andere Menschen zu richten.

Beim Bedrohungsmanagement sind somit die Konfliktproblematik und die Persönlichkeit des Täters zu beachten. Es muss ein Wissen über den Kontext und die soziale Dimension der meist komplexen Konfliktlagen hergestellt werden.

Der umfassende Wissenserwerb wirkt sich dann auf die einzuleitenden Massnahmen der Konfliktbewältigung, der Gefahrenminderung oder der Gefahrenabwehr aus.

Selbst wenn in manchen prekären Situationen zunächst ein interventionistischen "Gefahrenmanagement" notwendig erscheint und umgesetzt wird, entbindet das nicht von der in solchen Fällen späteren Aufgabe, die interpersonalen und intrapersonalen Problemfelder zu analysieren.

Siehe auch: Bedrohungsanalyse