Aggressive Emotionen / Hate Crime

Der Begriff des Hassverbrechens bezieht sich vorwiegend auf politisch und ideologisch motivierte Gewaltkriminalität. Der Hass richtet sich gegen Menschen mit anderer politischen Einstellung, Nationalität, Volkszugehörigkeit, Rasse, Hautfarbe, Religion, Weltanschauung oder Herkunft. Auch andere Merkmale wie z.B. eine Behinderung, die sexuelle Orientierung oder der gesellschaftliche Status werden als Argument für kriminelle Handlungen gegen solch andere herangezogen. Das Bedrohungsmanagement überprüft bezogen auf den Einzelfall Merkmale von Hassverbrechen:

  • den hohen Grad an Vorurteilen
  • die Anzeichen einer Hasskarriere und aggressiver Emotionen
  • die Frage einer Persönlichkeitsstörung
  • die gruppenbezogenen Rolle des/der (potentiellen) Täter
  • den vorliegenden gruppen- und gesellschaftsbezogenen Kontext
  • die Argumentation, das Weltbild, den Sprachstil, die Irrtümer und die „Botschaft“ des Akteurs
  • die Hinweise auf Vorbereitungen eines Angriff bis hin zur selektiven Tötung

Im Einzelfall kann hinter dem Hass eines Akteurs eine individuelle "Misanthropie" vorliegen, also ein allgemeiner Menschenhass, der innerhalb gewaltbereiter Gruppierungen seine vermeintliche Bestätigung findet. Hinter diesem Menschenhass können allerdings auch Ängste (und deren Abwehr) stehen, jedoch bedarf es nicht immer einer solchen Angststörungen, um einen im Hassverbrechen mündenden Hass zu entwickeln.

Unter dem Begriff der "Misanthropie" ist Menschenhass zu verstehen. Dahinter können Ängste (und deren Abwehr) stehen, jedoch bedarf es nicht immer Angststörungen, um Hass zu entwickeln.

 

Zur Bewältigung dieser aggressiven Emotionen bieten sich aus therapeutischer Sicht Reflexionen und Übungen zum sogenannten "Ärgermanagement" an: Neben konkreter Verhaltenskontrolle geht es dabei u.a. um das Verstehen der Schutzfunktion von Ärger, der (biographischen und sozialen) Zusammenhänge oder der Sinnhaftigkeit gegenwärtiger und zukünftiger Selbstkontrolle.